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Der folgende Beitrag untersucht, ob die in To Kill a Mockingbird geschilderte gesellschaftliche Realität mehr als vier Jahrzehnte später immer noch aktuell ist.




Zur Lage der schwarzamerikanischen Minderheit in den USA heute: Erstellung einer Unterrichtsreihe

Valita Klüter



Inhaltsverzeichnis


A. Einleitung
B. Hauptteil
1. Thema Sklaverei:
    1.1 - Film "Amistad" von Stephen Spielberg
2. Thema Neunziger Jahre:
    2.1 - Rapsong "Darkside" von US3
    2.2 - Zeitungsartikel "Losing Ground" (Newsweek, 6. April 1993)
    2.3 - Film "Do the Right Thing" von Spike Lee
    2.4 - Vorstellung einiger zeitgenössischer Romane von schwarzen Autoren
C. Anmerkungen
D. Literaturverzeichnis
E. Anhang



Einleitung

Vor dreißig Jahren fielen mit dem Voting Rights Act und dem Civil Rights Act die letzten formaljuristischen Rassenschranken der amerikanischen Gesellschaft. Leider äußert sich jedoch die sichtbarste Veränderung in den Rassenbeziehungen seit der Civil Rights Movement heute hauptsächlich in der symbolischen Präsenz schwarzer Pop-Ikonen in der Medien- und Unterhaltungsindustrie; die Aushängeschilder der gegenwärtigen amerikanischen Populärkultur sind vorwiegend Schwarze, man denke an Michael Jackson, Bill Cosby, Ophra Winfrey, Woopie Goldberg, Eddie Murphy etc. Diese symbolische Präsenz aber vermag nicht über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass das juristische Unrecht zwar beseitigt ist, nicht aber die Ungleichheit. Die Vision der Bürgerrechtsbewegung, ein gleichberechtigtes Miteinander von Schwarz und Weiß mit gleichen ökonomischen und politischen Möglichkeiten zu schaffen, hat sich nicht erfüllt. Tatsächlich ist sogar eine zunehmende Verschlechterung zu verzeichnen.

Rezession und Strukturkrise der achtziger Jahre haben zahllose industrielle Arbeitsplätze in den urbanen Ballungsräumen vernichtet. Die Wirtschafts- und Steuerpolitik der Regierungen Reagan und Bush begünstigte die vermögende Mittel- und Oberklasse, und löste damit eine verheerende Finanzkrise der Bundesstaaten und Kommunen aus. Die Folgen waren tiefe Einschnitte in den Ausgaben, von denen öffentliche Dienstleistungen, Infrastruktur, das Schulwesen und insbesondere das soziale Netz betroffen waren.

Die größte Bürde all dieser Entwicklungen schultern die Schwarzamerikaner, die aufgrund ihrer Jahrzehnte langen Diskriminierung in ihrer sozio-ökonomischen Situation am anfälligsten sind. Zwar gibt es inzwischen eine recht bedeutende schwarze Mittelklasse, aber auch für diese bestehen weiterhin strukturelle, rassistisch motivierte Benachteiligungen. Diskriminierende Praktiken bei Kreditvergaben, Versicherungen, etc. führen dazu, dass Schwarze stets mehr zahlen, aber weniger erhalten als Weiße. Die Abkoppelung der neuen schwarzen Mittelschicht war somit nicht verbunden mit einer tatsächlichen sozialen Integration. Sie befindet sich daher in einem Vakuum zwischen dem weißen Establishment und dem Rest der schwarzen Bevölkerung.

Die bedrohliche Verarmung des größten Teils der schwarzen Bevölkerungs-schicht führte zu den alarmierenden Auswüchsen, die heute den schwarzamerikanischen Alltag zu prägen scheinen. Dazu gehören die rapide steigende Selbstmordrate, der wachsende Drogenkonsum, die sinkende Lebenserwartung, eine hohe Kindersterblichkeit und vor allem die erschreckende zunehmende Gewalt innerhalb der "black community". Fortwährende Diskriminierung und Perspektivenlosigkeit führen zu einer nihilistischen Grundeinstellung, die für den Kulturtheoretiker Cornel West eine der größten Bedrohungen Schwarzamerikas darstellt. In seinem Aufsatz "Nihilism in Black America" schreibt er: "This (nihilistic) threat is not simply a matter of relative economic deprivation and political powerlessness - though economic well-being and political clout are requisites for meaningful black progress. It is primarily a question of speaking to the profound sense of psychological depression, personal worthlessness, and social despair so widespread in black America." (1)

Dieser Bedrohung tritt in den neunziger Jahren keine einheitliche schwarze Bewegung entgegen. Mit der fortwährenden Segmentierung der amerikanischen Gesellschaft nach Rassen- und Klassenzugehörigkeit ging eine Fragmentierung der schwarzen Interessenvertretung einher. Radikale Fraktionen der Black Power Movement sorgen für eine Hochkonjunktur nationalistischer bis separatistischer Tendenzen. So klagt ein gemäßigter Afrozentrismus das afrikanische Erbe der amerikanischen Geschichte etwa in der Schulbildung ein und beschwört über äußerliche Symbole wie Haarmode, Kleidung und Accessoires eine afrikanische Identität. Zugleich existieren aber auch pseudowissenschaftliche Irrlehren, die mehr oder weniger direkt zum Rassenhass aufrufen.

Der Trend zum Separatismus folgt aus den enttäuschten Erwartungen an die rechtliche Integration. Vor der formalen Aufhebung der Rassentrennung gab es ein eigenes Netzwerk von Schulen, Geschäften, Institutionen etc. Dies ermöglichte es, ein ökonomisches und kulturelles Zusammengehörigkeitsgefühl unter Schwarzen zu entwickeln. Durch die Integration schwarzer und weißer Lebensbereiche aber wurde dieser Anflug schwarzer Autarkie wieder zerstört. Deshalb suchen viele Schwarze heute gezielt nach rein schwarzen Bildungsinstitutionen und Lebenszusammenhängen und schaffen so Raum für separatistische Bewegungen.

Diesen Tendenzen gegenüber steht ein konservativer Integrationismus. Immer mehr schwarze Politiker auf allen politischen Ebenen verstehen sich nicht mehr in erster Linie als schwarze Interessenvertreter. Ihre Machterlangung basiert nicht länger auf traditionellen schwarzen Institutionen, sondern auf weißen Wählern, die so ethnische Pluralität vortäuschen, tatsächlich aber militante Strömungen abwehren wollen.

Die momentane Debatte über die Perspektiven Schwarzamerikas sieht Cornel West in zwei Lager gespalten. Die einen betonen die strukturellen Hindernisse, die Schwarze noch immer benachteiligen und einschränken. Sie fordern eine Politik mit staatlichen Beschäftigungs- Ausbildungs- und Kinderversorgungsprogrammen. Die andere Partei macht in erster Linie das Verhalten der Afroamerikaner selbst verantwortlich für ihre derzeitige Situation. Protestantisches Arbeitsethos müsse wiederbelebt werden. Nur so, das heißt, durch harte Arbeit, Sparsamkeit und Verantwortungsbewußtsein, könnten Schwarze durch Selbsthilfe und geschäftliche Expansion auf dem freien Markt überleben. (2)

Diese letztere konservative Position stützt sich u.a. auf die Heraufbeschwörung einer angeblichen schwarzen "underclass". Während Millionen Weiße Drogen nehmen oder mit ihnen handeln, uneheliche Kinder zeugen, jahrelang Sozialhilfe beziehen und Verbrechen begehen, ohne als soziale Unterklasse abgetan zu werden, schüren die Medien die Angst vor einer schwarzen Armutskultur. Vor allem schwarze Jugendliche werden so in die Rolle des Sündenbocks gedrängt, und das Gespenst des schwarzen Kriminellen läßt alte rassistische Denkstrukturen weiterleben. Diese Ideologie untermauert die fortschreitende Ghettoisierung und Entsolidarisierung, die den sozialen Kompromiss endgültig zerbröckeln lässt.

1. Thema Sklaverei

Didaktische Vorüberlegungen

Muss man tatsächlich bei einer Unterrichtsreihe über die Situation der schwarzen Minderheit in den USA bei der Sklaverei anzufangen? Ich denke, dies ist aus mehreren Gründen sinnvoll.

1. Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Schüler das gleiche geschichtliche Vorwissen haben, zumal der Sklaverei in deutschen Geschichtsbüchern nicht allzuviel Raum gegeben wird.

2. Die Sklaverei ist erst vor 135 Jahren offiziell abgeschafft worden. Die heute praktizierte Benachteiligung der schwarzen Minderheit ist eine direkte Folge der Sklavenzeit, da die damals entwickelten Vorurteile bis heute existieren. Noch heute muss die schwarze Bevölkerung sich darum bemühen, ein durch jahrzehntelange Demütigungen zerstörtes Selbstbild wieder aufzubauen.

3. Moderne Literatur, wie z.B. Romane von Toni Morrison oder Alice Walker, bezieht sich immer wieder auf die Sklavenzeit. Beloved beispielsweise wäre ohne tiefere Kenntnisse der Sklavenzeit vollkommen unverständlich.

Der gerade in Deutschland herausgekommene Film "Amistad" von Stephen Spielberg schildert meines Erachtens sehr eindrucksvoll, auf welch grausamste Weise Schwarze gekidnappt, nach Amerika verschleppt und dort unerträglichen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt wurden. Er eignet sich von daher sehr gut für eine kurze, aber informative Einführung und Einstimmung in das Thema.

1.1 Film "Amistad" von Stephen Spielberg

(Zwei Doppelstunden)

Aktivität 1:

- Schüler schauen den Film an.

Aktivität 2:

- Offenes Klassengespräch über den Film. Dabei Sammeln relevanter Informationen über die Sklavenzeit. Wichtig wäre es, folgende Aspekte herauszuarbeiten:

- The slave trade existed not only in Europe but also in Africa. Tribal wars and disputes about land led to the use of prisoners as slaves. But in contrast to the European slave trade these slaves were not regarded as chattel property but simply as workers. Usually they were released after a certain amount of time.

- When European slave traders discovered this source of cheap labour they persuaded the black slave traders to sell their countrymen to them. This was easy insofar as Africa consisted (and still does consist) of millions of different tribes who speak completely different languages and thus do not necessarily feel any solidarity towards each other.

- The transportation to Europe and America, the so called Middle Passage, was one of the most cruel parts of slavery. The ships were designed in a way which calculated the loss of at least one third of the human cargo. Even with such a loss the business was still prosperous.

- The court trial in the film demonstrates the political implications of the slave trade very well. Great Britain had banned the actual kidnapping and selling of slaves, Spain was still engaged in the trade and America was caught in the middle of the two parties. The whole trial shows the absurdity and hypocritical morality of the time. If these people were slaves, then it was legal to do with them whatsoever. In that case Cinque (the main black captive) would have been charged with the murder of a white man. However, had they been illegally kidnapped from Africa, the whole affair would have been interpreted as heroic self-defence.

- The issue of slavery was one of the main causes of the Civil War between the North and the South as the South insisted on continuing running its economy with cheap slave labour.

Aktivität 3:

- Die Schüler sammeln in einem "brainstorming" ihre Vermutungen darüber, wie sich die Situation für Schwarze in Amerika seit der Sklaverei verändert haben könnte und speziell darüber, wie es heute, in den neunziger Jahren, aussieht.

Aktivität 4:

- Die Schüler sammeln an der Tafel alle englischen Bezeichnungen für Schwarze, die sie kennen, egal ob positiv oder negativ. Folgende Begriffe sollten dann auf jeden Fall diskutiert werden: "Negroe", "Nigger", "Coloured", "African", "Afro-American", "African-American" und "Black". Diese Ausdrücke sind die häufigst gebrauchten und müssen daher besprochen werden.

- "Nigger" und "Negroe" stammen noch aus der Sklavenzeit und sind eindeutig rassistisch besetzt. Es muss deutlich gemacht werden, dass es eine Beleidigung darstellt, diese Wörter zu gebrauchen. Das Wort "Nigger" wird allerdings oft von Schwarzen selber gebraucht und hat dann andere, positive Konnotationen, die nur aus dem Kontext zu erschließen sind.

- Das Wort "Coloured" erscheint zunächst neutral, bei näherem Hinschauen aber zeigt sich, dass auch hier rassistische Implikationen mitschwingen. "Coloured" umfasst nämlich einfach alles, was nicht "white" ist, was "white" letztendlich zur Herrenrasse erklärt.

- Das Wort "African" ist zwar nicht rassistisch, doch negiert es die amerikanische Staatsbürgerschaft. Die meisten Afroamerikaner betrachten sich aber als Amerikaner afrikanischer Herkunft, und nicht als Afrikaner.

- "Afro-American" nun versucht diesem Umstand Rechnung zu tragen, aber hier wiederum liegt die Betonung zu sehr auf dem "American", so dass das "Afro" nur wie ein Zusatz erscheint.

- "African-American" schließlich erscheint in diesem Sinne als die korrekteste Lösung. Ich denke aber, dass die Bezeichnung "Black" ebenso korrekt ist.

2. Thema Neunziger Jahre

Didaktische Vorüberlegungen

Rapmusik im Unterricht zu behandeln, bietet sich aus mehreren Gründen an.

1. Rap bzw. Hiphop gehört zu den wichtigsten Musikströmungen der amerikanischen Popmusik der achtziger und neunziger Jahre. Sie hat ihren ursprünglichen Wirkungsbereich längst verlassen und bestimmt inzwischen auch bei uns seit einigen Jahren die musikalische Szene. Es sollte daher eine hohe Motivation für Schüler darstellen, hochaktuelle Musik, zu der sie einen eigenen Zugang haben, zu interpretieren.

2. Schwarze Musik diente von ihren Anfängen an immer auch als ein Sprachrohr der Verzweifelten. Durch sie wurde es möglich, Frustration, Angst und Wut zu artikulieren. Rapmusik ist in dieser Hinsicht genau wie Gospel,- Blues- und Jazzmusik ein ganz spezifisch schwarzes Kulturprodukt. Zu oft wird bei der Diskussion von Randgruppen und Minderheiten die Rolle des passiven Opfers überbetont. Deshalb erscheint es mir wichtig, bei der Betrachtung der schwarzen Minderheit in den Staaten den Schülern auch nahezubringen, welch hohe Kulturleistungen diese Gruppe selbst unter den schwierigsten Umständen erbringt.

3. Rap ist, zumindestens in seinen Anfängen, höchst politische Musik. Seine Texte enstanden aus der direkten Erfahrung des Ghettolebens und behandeln Themen, die die weiße, aber auch die schwarze Mittelschicht am liebsten vollkommen ignorieren würden, wie Obdachlosigkeit, Prostitution, Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Gewalt, etc. So deprimierend diese Texte auch sind, sie sind authentischer als die meisten anderen zeitgenössischen Dokumente.

4. Da Raptexte zum größten Teil gesprochen werden, sind sie im Vergleich zu anderen Musikstücken relativ leicht verständlich und bieten so einen interessanten Einblick in Black American English.

2.1 Rapsong "Darkside" von US3

(Zwei Doppelstunden)

Aktivität 1:

- Die Schüler hören den Song ohne weitere Hilfsmittel.
- Danach werden erste spontane Eindrücke gesammelt. Mögliche Fragestellungen wären:
   - What kind of music is this?
   - What atmosphere does the song convey?
   - Is there more emphasis on the music or on the text? Give reasons!
   - What do you think the song is about?
- Dann hören die Schüler das Lied ein zweites Mal. Diesmal versuchen sie, so viel Text wie möglich zu verstehen und aufzuschreiben.
- Alle notierten Textstücke werden zusammengetragen und der ganze Text so rekonstruiert. Sollte der Text dann noch immer lückenhaft sein, sollten die Schüler versuchen, zu erraten, um was es geht, und die Lücken entsprechend selber ausfüllen.
- Mit diesem halb improvisierten Text vor Augen wird der Song noch einmal gehört. Wahrscheinlich können die Schüler dann auch die ihnen unbekannten Ausdrücke heraushören, da sie nicht mehr auf jedes Wort achten müssen.

Aktivität 2:

- Die Schüler sollen nun in Gruppenarbeit die drei Strophen des Liedes bearbeiten und interpretieren. Pro Strophe sollten eine oder zwei Gruppen gebildet werden. Jede Gruppe bekommt Schlüsselbegriffe, die, wenn notwendig, bei der Interpretation anleiten können.
- Strophe 1: identification, reality, aggression, outsider, hopelessness
- Strophe 2: alienation, fear, acting cool, nihilistic mood
- Strophe 3: illusions, hope, escape, dead end, disillusion

Aktivität 3:

- Die Ergebnisse werden zusammengetragen und diskutiert.

Aktivität 4:

- Nach der Interpretation des Textes sollten in einem offenen Unterrichtsgespräch folgende Fragen besprochen werden:
- What do you think about the way the song delivers its message? Is it shocking, convincing etc?

- Do you think the song will achieve its aim, namely to show people what it is really like to live in a ghetto?

- Rapmusic has a broad white middle-class audience. Do you think that listening to it will change people`s minds?

Aktivität 5:

- Eine kleine Gruppe von Schülern (2-4) wurde beauftragt, zuhause über Rapmusik Informationen zu sammeln. Dabei könnte ihnen Hilfestellung gegeben werden durch Hinweise auf wichtige Aspekte, also z.B. die lange Musiktradition, auf die sich Rap stützt, seine Entstehungsgeschichte in den Ghettos amerikanischer Großstädte, seine spezifische Verknüpfung mit moderner digitaler Technik etc.
- In einem Schülerreferat sollten dann die wichtigsten Informationen an die Klasse weitervermittelt werden.
- Teil dieses Schülerreferates sollte es sein, dass die Schüler zuhause eigene Rapmusik heraussuchen, von denen sie dann zwei bis drei Songs in der Klasse vorstellen. Sie sollten versuchen, die Texte zunächst eigenständig zu interpretieren und sie dann mit den anderen zu diskutieren.

Informativer Einschub:(3)

Rap ist Teil einer massenhaft verbreiteten Musikproduktion und Sprachrohr ethnischer und rassischer Minderheiten weltweit. Die Ursprünge des Rap reichen zurück bis in westafrikanische Kulturen und deren besonderen Umgang mit Rhythmen und Tonsprachen. Diese Elemente tauchen sowohl im Blues als auch im Jazz auf. Rap enstand in der Mitte der siebziger Jahre auf den Straßen und den Parties der South Bronx, einem der ärmsten Ghettos der USA. Dabei gingen die Straßenkulturen des Graffiti-Malens, das "Breakdancing" und das "Rapping" gereimter Verse an den Straßenecken eine Verbindung ein mit einer alten Tradition schwarzer DJs, beim Plattenauflegen zu reden, zu scherzen, zu reimen und zu rappen. Nach und nach entwickelten die DJs Techniken, die heute unter Begriffen wie "Cutten" und "Scratchen" bekannt sind.

Den Grundstock der meisten Rap-Songs bilden schnelle, gereimte Sprechgesänge, bei denen sich erstmal jeder Rapper mit seinem Namen und seiner Geschichte vorstellt. Dann wird zu irgendeinem Thema des Ghetto-Lebens eine Geschichte erzählt. Das Ganze wird dann durch markige Bläser-Riffs oder rhythmische Verschiebungen dramaturgisch unterbrochen, während Melodien ganz fehlen. Ungefähr parallel dazu verlief die Entwicklung des Electro-Sounds. Zunehmend wurden vollelektronische Musikinstrumente mit synthetischem Sound eingesetzt. Dazu gehörte auch der verstärkte Gebrauch des Drumcomputers im Rap ab 1982.

Die South Bronx entwickelte aus diesen Elementen eine Alternative zur kommerziellen Disko-Szene, und zwar in Form von Blockparties in leeren Häusern, Parks, Gemeindezentren und Turnhallen, wobei das Breakdancing unter den Vorgaben des Diskjockeys und unter rappenden Anfeuerungen durch den "Master of Ceremonies" oder auch "Controller of the Microphone" zu förmlichen Wettbewerbsritualen ausgebaut wurde.Die ersten Jahre des Rap waren tief in der Jugendkultur New Yorks verwurzelt. Die Musik wurde von schwarzen Tänzern für schwarze Tänzer gemacht, und sie stand in direktem Zusammenhang mit Graffiti und "Breakdance".

Um 1980 entdeckten unabhängige kleine Plattenfirmen und einige lokale Radiostationen den Rap und breiten ihn schnell über ganz New York aus. Die Plattenindustrie und neue Techniken des Mischens von Tonquellen (Digitalisierung, Mehrspurverfahren bei der Aufzeichnung, "Sampling" und neue Gruppen führen diese Art von Tanzmusik zu einem ersten Höhepunkt in den frühen achtziger Jahren.

Um 1984 schien diese Art von Musik erschöpft. Aber 1985 begann eine neue Gruppe von Rappern aufzutreten mit härteren, provokativeren Texten und Klängen. Rap sprang auf die Westküste über, wo in Los Angeles die neue Form des aggressiven "Gangsta" Raps entwickelt wurde (Ice T. etc). In New York gab die Gruppe "Public Enemy" dem Rap eine neue politischere Richtung, und übrall meldeten sich jetzt auch die Frauen zu Wort; neben Rassismus wurde auch Sexismus zum Thema. Weiße Bands begannen, den Rap zu imitieren oder zu parodieren, und - vor allem wichtig - das Fernsehen (BET und MTV) fing an, regelmäßig Musikvideos von Raps zu senden. Kulturkritiker, von der Gewalt jugendlicher Gangs in den Ghettos aufgeschreckt, begannen, sich mit Rap auseinanderzusetzen. Durch Zensur, Prozesse und Skandale in der Presse wurde dann die breite öffentlichkeit auf Rap gestoßen.

Ab 1990 begann der Rap, sich zu globalisieren. Zunächst griffen andere Minoritätengruppen das schwarze Vorbild auf und rappten für die jungen Chicanos und Latinos. Diese sogenannte "Native Tongues"- Schule dehnte sich dann weltweit aus. Marginalisierte Gruppen in Europa entdeckten Rap als ihre Sprache, und heute ist Rap Teil einer Jugendkultur, die sich weltweit ausdehnt.

Mit der wachsenden Kommerzialisierung ist Rap aber zugleich auch kontroverser geworden. Speziell der sogenannte "Gangsta"-Rap produziert oft extrem sexistische Texte. In den letzten Jahren gab es einige Fälle, in denen Rapmusiker in Skandale und sogar kriminelle Aktivitäten verwickelt waren. Es wurde immer wieder gegen bestimmte Musiker der Vorwurf erhoben, rassistisch, und zwar in erster Linie antisemitisch, zu sein und offen zur Gewalt aufzurufen. Dies hat besonders in der schwarzen intellektuellen Szene eine Kluft geschaffen zwischen einerseits denen, die diese Art von Musik strikt verurteilen, da sie nur den Selbsthass und die Gewalt unter schwarzen Jugendlichen noch weiter schüre, und andererseits denen, die argumentieren, dass solche Texte nur die Welt der weißen Machthaber widerspiegele und somit nur zeige, wie weißer Sexismus und Rassismus auf die schwarze Minderheit wirke.

- Es wäre sehr wichtig, auch diese Seite des Rap im Unterricht zu beleuchten. Deshalb sollte zumindest ein Rapsong besprochen werden, der diese kontroversen Elemente aufweist. Folgende Fragen sollten diskutiert werden:

   - What influence has commercialisation had on the production of Rapmusic?
   - What role does the press play in the controversy about Rapmusic?
   - Can misogyny and glorification of violence be justified in any way?

2.2 "Losing Ground" von Tom Morgenthau (Newsweek vom 6. April 1992)

(Eine Doppelstunde)

Aktivität 1:

- Die Schüler lesen gemeinsam den Text und klären Vokabelfragen.
- Danach werden in einem offenen Klassengespräch folgende Fragen besprochen:
- What are the main problems of the black community?
- How do black people react to this situation?
- What do some people fear could be the consequences of this crisis?
- How do people try to explain the situation?

Aktivität 2:

- Die Schüler bilden kleine Arbeitsgruppen. Der Lehrer hat eine Anzahl von Zetteln vorbereitet mit verschiedensten Charakteren. Jede Gruppe zieht einen Zettel und erarbeitet dann, wie diese Person auf den Zeitungsartikel reagieren könnte.

Beispiele wären:
- the mayor of the town
- a member of the police
- a black homeless mother
- a black lawyer
- a poor white man/woman
- an Asian shopkeeper

- Eine der Arbeitsgruppen übernimmt die Rolle eines Journalisten und arbeitet ein Interview aus.

Aktivität 3:

- Jede Gruppe bestimmt einen Sprecher. Der Journalist interviewt dann der Reihe nach die verschiedenen Gruppensprecher. Dabei werden die Interviews auf Kassette aufgenommen.

Aktivität 4:

- Die Kassette wird vorgespielt und die einzelnen Standpunkte werden diskutiert..

2.3 Film "Do the Right Thing" von Spike Lee

(Vier Doppelstunden)

Didaktische Vorüberlegungen:

Wie bereits in der Einführung dargelegt, haben in den neunziger Jahren Persönlichkeiten aus Unterhaltung und Sport die Funktion übernommen, die noch in den sechziger Jahren politische Aktivisten innehatten. Insofern bietet es sich an, im Unterricht eine solche Persönlichkeit vorzustellen. Spike Lee ist der erste und bislang einzige schwarze Filmemacher, der ein umfangreiches Werk schaffen konnte, das von der Mehrheit zur Kenntnis genommen wurde. Ein Werk überdies, das im öffentlichen Bewusstsein mit einer spezifisch schwarzen Ästhetik und Kultur verbunden ist und das als Gegenerzählung rezipiert wird. Zudem ist Spike Lee der erste kommerziell erfolgreiche schwarze Filmemacher, der sich auch als Produzent seiner eigenen Filme etablieren und damit den Inhalt und die Gestalt seiner Filme besser gegen den störenden Einfluss der (weißen) Geldgeber verteidigen konnte. In ihm haben wir also einen Filmemacher, der die schwarze Perspektive ungehindert darstellen kann und dessen Filme sich alle im kulturellen Minenfeld von Rassismus und Unterdrückung bewegen.

Aktivität 1:

- Schüler sehen den Film. Danach werden spontane erste Eindrücke darüber gesammelt, wie der Film gefallen hat, wieviel überhaupt verstanden wurde, was gänzlich unklar geblieben ist etc.

Aktivität 2:

- Die Klasse sieht den Film noch einmal. Je zwei bis drei Schüler arbeiten zusammen und erhalten eine bestimmte Vorgabe, auf was sie während des Filmes speziell achten sollen.
- Beispiele für mögliche Arbeitsthemen:

1. Look closely at the relationship between young and old people in the black community (for example the street gang versus the Mayor, Mother Sister, etc.)
2. How does the film depict women (for example Mookeys sister Jade, his girlfriend Tina, the female gang member Ella etc)
3. Describe the character and development of the protagonist Mookey
4. Describe and analyse the Italian family (Sal, Pino, Vito)
5. Look closely at Buggin Out (the activist) and his position in the black community
6. Look closely at Radio Raheem and his position in the black community
7. Describe and analyse the different interracial relations between Italians, Blacks and Koreans
8. Describe the police and their behaviour towards the different members of the community
9. Look at the three men sitting in the street all day. What function could they have in the film?
10. What is the atmosphere of the ghetto like?

Aktivität 3:

- Arbeitsgruppenergebnisse der letzten Stunde werden zusammengetragen. Folgende Antworten könnten gegeben werden:

ad 1: Most people respect the Mayor and Mother Sister as elders and treat them politely. Exceptions are the young boy and the street gang. They abuse the Mayor for his alcoholism and cannot accept him as a model for their life.
ad 2: The depiction of women in the film, in my view, is rather sexist. They are all loud and hysterical (with the exception of Mother Sister). They don't seem to be able to control their own lives.
ad 3: Mookey seems at first to be somebody to identify with. He appears to be reasonable, he tries to calm down the trouble makers Buggin Out and Radio Raheem. But he is the one who throws the garbage can through the window of Sal's Pizzeria and thus starts the whole trouble. He does not seem to be at all affected by Sal's misery even though Sal has always been nice to him.
ad 4: The family is only held together by Sal and his authority as the father. The older brother tries to dominate and oppress his younger brother, who wants to rebel all the time, but in vain. He is friendly with Mookey who even tries to help him. But Vito does not allow any friendship between the two. The father represents a different generation. He feels at home in the ghetto, whereas the Italian neighbourhood threatens him because of too much competition. He is struggling to keep the family together.
ad 5: Buggin Out is a hyperactive and an outsider. Even though his intentions might be good, he cannot convince the others of them. The only one who wants to join his boycott of Sals Pizzaplace is the other outsider, Radio Raheem.
ad 6: Radio Raheem gets on everybody's nerves. Nobody takes him seriously and he tries in vain to get people`s attention by threatening them with his radio and his physique. It was rather predictable that he would be the one who gets into real trouble in the end, as he did not possess the necessary intellect to avoid it, unlike Mookey, for example. Even though nobody had liked him, his death is taken as a symbol for the racist white supremacy and black helplessness.
ad 7: Spike Lee does not try to convey a picture in black and white. Blacks take out their helplessness and frustration at white racism on the Koreans whom they hold to be lower than themselves. The Italians are disliked but at the same time they are in so me way viewed as being superior. The Koreans on the other hand are openly despised and ridiculed. However, they are not taken as a serious threat, as evidenced by the fact that their business is not destroyed in the end of the film.
ad 8: The police treat the blacks with contempt. They see them only as lazy troublemakers. But they are absolutely aware of the tense atmosphere. That is why they completely overreact and kill Radio Raheem although they were in control of the situation by then.
ad 9: The three men can be seen as some kind of Greek chorus. They watch over the events and comment on them. Even though they might appear as sad, resigned, old alcoholics, they nevertheless have a sharp insight into what is going on and what the problems really are. They realize, for example, the fact that the prosperous businesses in the black neighbourhood are only run by non-blacks.
ad 10: Lee's ghetto is a contrast to the normally depicted morbid atmosphere of black ghettoes in American films. It is colourful and lively. There are no drug dealers and shady figures, no burnt-out houses and ruins.

Aktivität 4:

- Die Schüler bearbeiten schriftlich kreative Aufgaben zu dem Film. - Anregungen für Aufgaben:

- What might have happened in the end of the film if Mookey had not thrown that garbage can?
- Sal will have to write a report for the insurance company. What could this report look like?
- Write a newspaper article about the "incident". How might the reports differ from newspaper to newspaper?
- What will Mookey tell his girlfriend Tina about what happened in that night?
- Write a police report about the fight and the fire.
- What will the policeman who killed Radio Raheem tell his wife at home?

Aktivität 5:

- Die in der letzten Stunde erarbeiteten Dialoge und Fernseh- bzw. Zeitungsberichte werden vorgetragen.

Aktivität 6:

- Der Abspann des Filmes "Do the Right Thing" zitiert zwei der bekanntesten schwarzen Bürgerrechtler, Martin Luther King und Malcolm X. Die Schüler wurden beauftragt, zu Hause biographische Informationen zu beiden Männern zu sammeln. Diese werden dann in einem brainstorming gesammelt und gegeneinander kontrastiert.

- Folgende Daten sind wichtig:

Martin Luther King Malcolm X
  • born in 1929 as a son of a Baptist minister
  • became an ordained minister in 1947
  • in the 50's and 60's he led several boycotts and protests.
  • received the Nobel Peace Price in 1964
  • he was assassinated in 1968
  • born in 1925
  • exposed from early age on to the black nationalist ideas of Marcus Garvey (a Jamaican political thinker)
  • for some time he was a member of the Back Muslims, a movement which believed in the strict segregation of the races
  • he was assassinated in 1965

Die beiden Zitate im Abspann des Filmes können hinsichtlich der Einstellung beider Männer zur Gewaltanwendung gegeneinander kontrastiert und diskutiert werden.

For a discussion of this motion picture in a different learning situation, cf.
"films for intercultural learning", no. 2.

2.4 Vorstellung einiger zeigenössischer Romane von schwarzen Autoren

(Eine Doppelstunde)

- Die Unterichtsreihe sollte damit beschlossen werden, dass verschiedene literarische Werke zeitgenössischer schwarzer Autoren vorgestellt werden, um bei den Schülern Interesse an einer eigenständigen Lektüre dieser hochinteressanten neuen Literatur zu wecken.

- Dazu wurden gleich zu Anfang verschiedene Romane kursorisch vorgestellt, die in Kleingruppen von den Schülern im Verlaufe der Unterrichtsreihe gelesen werden sollten.

- Vorschläge für zu bearbeitende Romane:(4)

   - The Wedding (1995), Dorothy West
   - Mama (1987), Terry McMillan
   - Wating to Exhale (1992), Terry MacMillan
   - How Stella got her Groove back (1996), Terry MacMillan
   - The Women of Brewster Place (1982), Gloria Naylor
   - Linden Hills (1985), Gloria Naylor
   - Mama Day (1988), Gloria Naylor
   - Devil in a Blue Dress (1990), Walter Mosley
   - A Red Death (1991), Walter Mosley
   - White Butterfly (1992), Walter Mosley
   - Black Betty (1994), Walter Mosley
   - Little Yellow Dog (1996), Walter Mosley
   - The Chanysville Incident (1981), David Bradley
   - Lucy (1990), Jamaica Kincaid
   - An Autobiography of my Mother (1996), Jamaica Kincaid

Aktivität 1:

-Die Schüler hören die Radiosendung "A Good Read" , BBC Radio 4, in der der Roman Beloved von Toni Morrison besprochen wird.

Aktivität 2:

- Die Kleingruppen setzen sich zusammen. Ein Schüler wird bestimmt als Diskussionsleiter. Dann soll eine ähnliche Art von Radiosendung erstellt werden, bei der die Schüler den Roman kurz inhaltlich vorstellen und dann über ihre Eindrücke usw. reden. Das Ganze wird aufgenommen und später der ganzen Klasse vorgespielt.

Anmerkungen

  1. West, Cornel, "Nihilism in Black America." Black Popular Culture. Ed. Gina Dent. Seattle: Bay Press, 1992, 38.
  2. West, 37.
  3. Karrer, Wolfgang/Ingrid Kerkhoff, Rap. Berlin, Hamburg: Argumente-Verlag, 1996. 5ff Ertl, Franz Rap - Funk - Soul. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1992, 45-47.
  4. Quelle: Gates, Henry Louis Jr. u. Nellie Y. McKay, The Norton Anthology. African American Literature New York, London: W.W. Norton Company 1997.

Literaturverzeichnis

Primärquellen:

A Good Read. BBC Radio 4, 25.July 1993

Do the Right Thing. Spike Lee. Forty Acres and a Mule/Universal Pictures, 1989

Morgenthau, Tom, "Losing Ground" Newsweek 6.April, 1992

US3 "The Darkside" Hand on the Torch. (Blue Note, no.808832) Hamburg: Almo Music, 1993

Sekundärliteratur:

Dent, Gina, Black Popular Culture. Seattle: Bay Press, 1992

Flowe, William, Going Down That Road. The African-American Journey. Berlin: Cornelsen Verlag, 1996

Hoffstadt, Stephan, Black Cinema. Afroamerikanische Filmemacher der Gegenwart. Marburg: Hitzeroth, 1995

Karrer, Wolfgang/Ingrid Kerkhoff, Rap. Berlin, Hamburg: Argumente-Verlag, 1995

Toop, David, The Rap Attack. African Jive to New York Hip Hop. London: Pluto Press, 1984

Anhang

Song: The Darkside (von der Gruppe US3)

Come take a trip through the eye of a black man
Lookin`out at life like he really doesn`s give a damn
Feel the hate and anger of a punk gang banger
Mad gunslinger, better yet a worker`s nigger
See the ills of life for what they are
Feel yourself put back from the world real far
Life is grimmer than it ever was
As your blood simmers you feel your brain buzz
People look at you like you`re up to somethin`
You look right back like it ain`t nothin`
You don`t give a fuck. Life is a dream
If you die tomorrow then you won`t be a fiend
for the green anymore. Cause that`s what keeps you tickin`
And that`s what keeps you stickin`- if not for that you might be chillin`
You live in a hellhole. You want to get out
But the only thing you are seein` is doubt.

On the darkside.

As you walk down the street your mind is in a frenzy
You look out at the world like everybody`s your enemy
`Cause where you come from a friendly face is a bad sign
A person`s either naive or just fuckin`with your mind
Steppin`with a ghetto strut at a rythmic pace
On a mission to nowhere, yet you walk determined
The devil`s got your soul and your heart is burnin`
You couldn`t give a damn about another man`s life
That`s how it is. You live, that`s right
You`ve seen enough blood spilled to fill up the Hudson
So the peace group shit ain`t sayin`nothin`
`Cause you couldn`t give a damn if your own momma died
But if you had a doubt, then you would cry
It`s like the three-nine split to the six-six-six
All praise is due to the upside-down crucifix.

The darkside.

A day comes when you see the light
Your doors become clear and you`re feelin'right
You're happy like a kid again. It must be a dream
Is it a dream? So real it seems
You're on top of the world and you've reached the other side
Pokin' through the sky, on the clouds you ride
You thought you'd escaped but it didn't last
'Cause now you're addicted to the sleeping gas.

On the darkside.
You're smokin'crack.
On the darkside.

Text: Auszug aus einem Zeitungsartikel: Losing Ground (Newsweek, 6. April 1992)

Consider some statistics on life and death in America:
- The infant-mortality rate for African-Americans, 17.7 deaths per 1000 births, is more than double the average for whites. It's higher than the rate in Malaysia.
- Black children are three times more likely than whites to live in a single-parent household; 43.2 percent of all African-American children live in poverty.
- African-Americans now account for 28.8 percent of US AIDS cases. Blacks comprise 52 percent of women with the disease, and black children represent 53 percent of all pediatric AIDS cases.
- Homicide is now the leading cause of death for all African-American males between the ages of 15 and 34. Nearly half of all US murder victims are black.
- In 1989, 23 percent of all African-American men aged 20 to 29 were either in prison or on probation or parole. By one study, one fifth of all black males between 15 and 34 now have criminal records.
Familiar or not, these numbers underscore a complex social crisis that is shaking black America. It is the crisis of the inner city - a crisis for African-American men, women and children, and for the nation too. Its causes - poverty, crime, drugs and the disintegration of family and community - are obvious to everyone, and it's severity is beyond dispute. Black America's apprehension about this multiple crisis is clearly growing: since mid-1991, according to newsweek's latest poll, the percentage of black adults who say the quality of life has "gotten worse" for blacks over the last ten years has jumped sharply, from 35 percent to 51 percent. "Black people are in a worse position today" than at any time since the 1960s, says Dr. Alvin Poussaint, associate professor of psychiatry at Harvard Medical School. "You ask black kids what they hope for the future, and they say, 'I hope I'll still be alive this time next year.' To me, it looks awfully bleak."

Newsweek's interviews with dozens of leading African-American scholars, civic acitivists and elected politicians reveal a striking degree of agreement with Poussaint's grim assessment. There is rising recognition, as The Washington Post columnist William Raspberry says, that the crime and social problems afflicting city residents now threaten all African-Americans - and Raspberry believes the survival of black Americans as a community may now be in question. "We are loosing a generation of young people, especially boys, with dire consequences for our group," Raspberry says. "I don't know if we can survive without our children." Rasberry's views may be more extreme than those of other black opinion leaders. But as Florida Atlantic University historian Kenneth Goings says, "I don't know a scholar who's working in this area who is not alarmed and upset by what's happening."

It is probably inevitable, given the long and bitter history of race relations in the United States, that some African-Americans now see conditions in the inner city in paranoid terms. Poussaint cites the freefloating rage "of inner-city youth and the pervasive suspicion that whites 'want to see us dead". Goings says many of his students believe the crime and social problems in the cities are somehow the result of racist conspiracies aimed at the extinction of all African-Americans. The advent of crack cocaine, the easy availability of lethal weapons and the emergence of the AIDS virus among inner-city blacks - all this may be construed as evidence of a plot. "This is genocide, 1990s style," says the Reverend Cecil Williams of San Francisco's Glide United Methodist Church. "We can't put our finger on any one person or group, but many of us are convinced ... there is a conspiracy to anesthetize and ultimately do away with... as many blacks in American society as possible."

For the record, not one of the academics, politicians and civic activists interviewed by Newsweek correspondents endorsed the use of the word "genocide" in its literal sense. Newsweek's poll shows that relatively low percentages of black adults believe that problems like drugs and AIDS are the result of racist conspiracies. But an analysis by The Gallup Organization indicates those low figures may be misleading, and up to 40 percent of a national sample of black Americans accepts the idea of a conspiracy in some context. Many thoughtful and well-informed African-Americans see the multiple social disasters of the cities as a pattern of societal neglect that is inherently racist. "You don't need five people in a room saying we're going to jam black people. But if you decide cities are last on your list, and 60 percent of African-Americans live in cities, you have targeted African-Americans," says Dr. Julianne Malveaux, a San Francisco-based economist and writer. "There is deliberate disregard. I'm not willing to call it a conspiracy, but this is neglect that is not benign."

Ausschnitt aus einer Radiosendung (BBC Radio 4, 25.July 1993)

MM = Michael Meyer   EB = Edward Blishen   TW = Timberlate Wertenbaker

EB: ... Michael, your choice.

MM: Well, my choice is an American novel called Beloved by Toni Morrison. She's a black woman - I think in her fifties - and it moves backwards and forwards in time, a little bewilderingly at first, but you soon get used to it, before and after the American Civil War. It's 1874 and a black woman called Seth in her late thirties lives with her teenage daughter Denver in a house that's haunted by the malevolent ghost of a baby And we gradually learn that this baby was murdered by Seth, her mother, most horribly with a handsaw, and that Seth also tried to kill her two small sons and her daughter Denver at the same time, but failed. And then again gradually, like almost everything in this book we learn that the reason she did this was to save her children from the unspeakable horrors she has had to endure and which she knows they would in time likewise endure at the hands of their owner, a white school teacher. Well, one day a beautiful teenage girl comes to the house and gradually the mother and daughter realize that this is the murdered baby as she would be were she alive today. And this ghost says that her name is Beloved which were the only letters Seth could afford to have carved on her tombstone. At first Beloved is gentle, but she becomes demanding and then violent - can we blame her? - and Denver fears that she may intend violence towards her and so the story moves to its powerful end.

I'd like to read if I may a bit from the book ... "During, before and after the War, he had seen Negroes so stunned, or hungry, or tired, or bereft it was a wonder they recalled or said anything. Who, like him, had hidden in caves und fought owls for food; who, like him, stole from pigs; who, like him, slept in trees for the day and walked by night; who, like him, had buried themselves in slop and jumped in wells to avoid regulators, raiders, patrollers, veterans, hillmen, posses and merrymakers. Once he met a negroe about fourteen years old who lived by himself in the woods and said he couldn't remember living anywhere else. He saw a witless colored woman jailed and hanged for stealing ducks she believed were her own babies."

I read this book first a year ago, and when I read it again now I found it even more impressive. I kept finding new excitements in it, as I will when I read it a third time as I shall.

EB: Yes, I must say no book has made me so bitterly ashamed of being white than that book.

TW: Yes, it's an extraordinary book because it writes a history which I think has never been written, so that although it's a novel, I have the impression of reading this unknown history, the suppressed history, since most of the history we know of America is definitely white. And she's put a face on these faceless thousands, hundreds of thousands of slaves which we know as a category. Slavery in America - you know they came on boats, you know they were slaves and then they were freed and their descendants are there and we know so little and that precision and that feeling of touching these people is what I found very moving and very rewarding about the book, so that every woman, every man that is mentioned in this book has a face, has a name indeed.

MM: I love the way she, I mean the book I greatly, a novel I greatly admire, marvellous book, is Gabriel Garcia Marquez' 100 Years of Solitude. And as in that book so in this, the way the characters accept the supernatural as a normal part of life like flowers and trees, so that when the ghost appears they don't think it can't be a ghost, they don't wonder, they accept, they know that such things exist.

EB: Yes, among other things, I think the book is one of the best ghost stories I've ever read. There is a tremendous - especially towards the end, when it moves into a whole dimension of the imagination, uh that I think I have rarely known equalled, so you don't actually, as you say Michael, you don't actually say to yourself, no doubts about ghostliness ever arise because they are irrelevant. The meaning of the ghostliness in the book is a real, a deep, a realistic meaning in fact.

TW: Yes, if you think of modern ghost stories where you get these ghastly things like the Exorcist or something, where the appearance of the ghost is so disgusting and unbelievable, she makes this transition so that there is a beauty and a wistfulness about the physicality of the ghost.

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